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Geschichte2026-03-28 · 6 Min.

Die Geschichte des Roulette: Pascals Zufall und die grüne Null

Wie ein gescheitertes Perpetuum mobile zum Symbol des europäischen Casinos wurde.

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Die Geschichte des Roulette: Pascals Zufall und die grüne Null

Roulette — französisch für 'kleines Rad' — ist seit über 250 Jahren das Aushängeschild europäischer Casinos.

Pascal und der Zufall (17. Jh.): Der französische Mathematiker Blaise Pascal experimentierte um 1655 mit einem reibungsfreien Rad — eigentlich als Versuch, ein Perpetuum mobile zu bauen. Das Experiment scheiterte, lieferte aber eine ungewollte Vorlage für ein Glücksspielgerät.

Die erste Form (18. Jh.): Im Paris des späten 18. Jahrhunderts entstand das Rad in seiner heute bekannten Form, mit Zahlen von 0 bis 36 und einer doppelten Null.

Die grüne Null von Homburg (1843): Die Brüder François und Louis Blanc führten in Bad Homburg ein Rad mit nur einer Null ein, um den Hausvorteil zu senken und Spieler aus Frankreich anzuziehen, wo Glücksspiel verboten war. Damit war die europäische Variante geboren.

Monte Carlo: Nach dem deutschen Glücksspielverbot 1872 zog die Familie Blanc nach Monaco und etablierte das Casino von Monte Carlo als das Roulette-Mekka der Welt.

Amerikanische Variante: In die USA gelangte das Spiel über New Orleans. Casinobetreiber kehrten dort zur doppelten Null (0 und 00) zurück, was den Hausvorteil von 2,7 % auf 5,26 % nahezu verdoppelt.

Online und Live: Heute existieren beide Varianten online, ergänzt durch Live-Dealer-Tische und Game-Show-Formate wie Lightning Roulette mit Multiplikatoren bis 500x. Die zugrundeliegende Mathematik ist seit dem 19. Jahrhundert unverändert.